Lebenszeichen 3 oder „Cape Town und UCT“ (auch 1 woche alt)

So….. da bin ich nun am andren Ende der Welt…. Und es ist kein Stück anders. Cape Town ist unglaublich europäisch, alle sagen, es sei nicht Afrika. Und dem gebe ich Recht. Cape Town ist ein absoluter Traum, ich fühle mich unglaublich wohl hier, besonders mit dem Wetter, dem Mix aus Strand und Berg (ja, ich kriege immer noch jedes Mal nen Schock, wenn ich den Tafelberg direkt vor meiner Tür sehe, ist einfach ungewohnt – und obendrauf war ich noch nicht), den Palmen (juchhu!!!) und der unglaublich entspannten Mentalität, die man auf der Südhalbkugel nun mal findet…. Aber Afrika ist das nicht. Gesehen hab ich von der Stadt noch nicht so viel, wir waren halt mal im Zentrum, aber auf hard-core Sightseeing in ner Truppe mit 7 Leuten hab ich keine Lust und außerdem war es schon mächtig touristisch… demnach bleiben wir normalerweise in Obs… zum Kap der Guten Hoffnung sind wir während der Einführungswoche gekarrt worden – das war einfach nur unheimlich beeindruckend. Auf den Felsen bin ich nicht rauf, aber auch so, wenn man da am Strand steht und aufs Meer guckt und weiß, das nächste, was da kommt, ist die Antarktis…. Unheimlich beeindruckend und spirituell…. Und die ganzen Buchten drumrum, in dem Nationalpark, also False Bay und wie sie nicht alle heißen, das ist ein Anblick… man möchte am liebsten sofort auswandern, ein Haus kaufen und da bleiben…… ein absoluter Traum, ich hab mich sofort verliebt. Ansonsten werden wir die Woche jetzt wohl mal CPT touristisch angehen, also ich will zumindest unbedingt Hai-Tauchen machen und nach Atlantis (45 Min. nördlich) fahren zum Sand-Boarding und ansonsten gehen wir ab morgen das Surfen an, da wird nach Muizenberg gefahren (Indischer Ozean, der Atlantik ist zu kalt) und dann geht’s los aufs Board.... irgendwann werden wir mal n verlängertes Wochenende in den Winelands (Stellenbosch) angehen und in den Osterferien wird dann eine Woche die Garden Route gemacht… am Ende des Semesters werde ich dann sehen, was ich dann noch mache – entweder ich besuche Pips in Jo’burg oder wir machen mit n paar Leuten die übliche Tour, die hier alle machen: entweder nach Namibia hoch oder Durban und dann Zimbabwe oder Mozambique. Mal sehen…. Ansonsten……… joa, ne, ist Südafrika. Ich musste mich erstmal dran gewöhnen, dass es hier normal ist, alle in Hautfarben einzuteilen, an den Gedanken, dessen ich mich nicht erwehren kann, wenn ich nen weißen Südafrikaner sehe, der da ist: „und wie stehst du dazu?“ und einfach mit der Teilung, die es immer noch gibt. In Obs geht es wirklich, das hier ist das gemischteste Viertel und somit sehr offen, aber generell hängen die Gruppen doch eher untereinander ab…… sehr gewöhnungsbedürftig.. schmunzeln musste ich dann doch schon, als mir beigebracht wurde, dass man hier nicht vom „Poolboy“ spricht, sondern vom „Pooldoctor“, weil „boy“ ja Apartheid-vorbelastet ist….. lol… n bissel wie inner DDR, wo der Führerschein umbenannt wurde…. Generell werde ich an der Uni versuchen in eins dieser Projekte reinzukommen, um da n bissel reinzuschnuppern, wird garantiert hart, weil die Projekte alle in den Townships sind, aber sicher lehrreich….. muss aber erstmal schauen, weil das zum Großteil immer um Unterrichten geht und ich mir das nicht so recht zutraue, Mathe oder so was zu unterrichten…ich hoffe, es gibt noch andere Sachen, im Notfall gibt es wohl ein Projekt, wo man mit den Kids quasi nen Debattierclub aufmacht, ihnen beibringt, wie man diskutiert und argumentiert, und mit ihnen an Wettbewerben teilnimmt… ich denke, das ist für mich als Jura-Student noch machbar…. Ja, die Uni….. ist ein Traum. Unbeschreiblich, dieser Campus… absolut traumhaft, rieeeesig und meine Fakultät ist genau in der Mitte. Superklasse. Habe auch alle Kurse gekriegt, die ich haben wollte, d.h. ab nächster Woche schlage ich mich mit Internationalem Recht, EU-Recht und Umweltrecht rum, sowie täglichem Afrikaans…. Xhosa hab ich aufgegeben, weil ich die Klickgeräusche einfach nicht gebacken kriege, und Zulu und Suaheli werden dieses Semester nicht angeboten… also dann doch die Unterdrücker-Sprache….. Sportkurse suche ich mir diese Woche, wird wohl entweder auf Tanzen, oder auf Surfen hinauslaufen. Wollte eigentlich Segeln, aber irgendwie haben die nur nen Kurs, der sich „Yacht“ nennt und für mich eher nach „wir liegen auf Deck und sehen reich aus“ klingt…… mal sehen… werde mich mal informieren… Joa………. Ich glaub, das wars erstmal von mir.. ich könnte noch viel mehr erzählen, von der Einführungswoche und dem Trommelkurs da, und von all den Sicherheitshinweisen …. Aber im Grunde ist da nix spannendes bei. Ich weiß, dass ich nicht allein rumlaufe, nicht mehr als 300 Rand mit mir rumschleppe (mehr brauche ich auch nicht) und mein Handy möglichst nicht rumwedle (habe mich ein neues, billiges gekauft, weil das am meisten geklaut wird und ich lieber n Handy weggebe, als nen Finger…) und mein Fenster im Zimmer zumache, wenn ich nicht im Zimmer bin und den Vorhang vor, wenn ich gehe. Im Schnitt würde ich sagen, muss man in Cape Town die gleichen Regeln befolgen wie in Indien und vielleicht noch ein-zwei mehr. Aber grundsätzlich muss man hier keine Angst haben, wenn man nicht nachts allein unterwegs ist… ich mag es nicht sonderlich, von andren Leuten, bzw. eigentlich immer Männern, abhängig zu sein und nicht allein rauszukönnen, aber so ist das nun mal, also werde ich mich damit abfinden müssen. So, ende, aus, ich kann nicht mehr tippen……… mehr in naher Zukunft… ich kann nicht versprechen, wann, aber ich denke, gegen Ende der Woche dürfte ich mal Zeit finden…… Bis dahin, viele Grüße aus Cape Town – die Stadt, die Berlin in meinem Herzen mächtig Konkurrenz macht

13.2.09 13:57

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