Time to say goodbye...

Ende juni. nun ist es vorbei, das abenteuer. das auslandsjahr, auf das ich zwei jahre lang gewartet hab, neigt sich dem ende zu. in sofia schien es kein ende nehmen zu wollen, in cape town hatte ich nach 5 monaten eher das gefühl erst vor 2 wochen angekommen zu sein.
andererseits ist so viel passiert. so viel, über das ich nicht gebloggt hab. ich gebe zu, ich habe das bloggen, das in kontakt bleiben total vernachlässigt. was ich jedoch als gutes zeichen ansehe: denn ich hatte offensichtlich nicht die zeit dazu, ganz im gegensatz zu BG...

nun ist die zeit gekommen zu reflektieren. ich werde mich zunächst mit dem nächstgelegenen auseinandersetzen: die letzten 5 monate cape town.....


The Mother City

... denn so wird sie genannt, die westlichste stadt afrikas (ja, ich hab in erdkunde aufgepasst, aber das hier geht eher in richtung ökonomische entwicklung). eine parallele zu berlin, die so ziemlich alles beschreibt, was ich für diese stadt fühle. genauso wie die "mudderstadt" ist cape town wohl zu jenem zuhause geworden, das ich so verzweifelt gesucht habe.
es ist der mix aus offensichtlichem geschichtlichem hintergrund und unglaublichem modernem fortschritt, der mich schon immer fasziniert hat. nicht viele städdte kriegen die balance so perfekt hin wie berlin und cape town.
das, was cape town fehlt, die masse an parks in der city, wird wettgemacht durch das meer in nächster nähe, atlantik wie indischer ozean, und den tafelberg direkt vor der tür - ein anblick, der mich immer noch jedesmal aus den latschen haut, sobald ich aus der tür komme oder mich am campus einfach mal umdrehe. ich bin kein berg-mensch, eher der fürs meer. aber dieser naturtechnisch absolut perfekte mix, dieses gleichgewicht der natur ist es, was cape town ausmacht........

gleichgewicht in jeder hinsicht.... vor allem rassentechnisch. auch, wenn ich immer wieder festgestellt hab, dass die rassentrennung immer noch da ist und man selbst am campus selten gemischte gruppen sieht, so haben mir doch meine trips entlang der garden route, nach namibia und vor allem nach stellenbosch gezeigt, dass es noch viel schlimmer geht. dass es in diesem land tatsächlich noch menschen (weiße) gibt, die der festen überzeugung sind, dass alle andren rassen am liebsten wieder auf den bäumen leben würden - O-ton.
cape town, insbesondere obz aber, hat mir gezeigt, dass dieses land auf dem besten weg ist und dass es halt nur dauert - so wie das kastensystem in indien schwer aus den köpfen der leute zu kriegen ist, sind die greueltaten, aber auch die lehren der apartheid nicht so leicht zu vergessen und es wird wohl noch min. 1 generation dauern, bis südafrikas junge demokratie nicht mehr von den schatten der vergangenheit verfolgt und beeinflusst wird...

ansonsten war dieses semester im allgemeinen wohl viel zu kurz. ich habe jedoch (fast) alles getan, was ich mir vorgenommen hatte und werde keine sekunde vergessen.
eine kurze liste der dinge, die mir auf anhieb einfallen, wenn ich die letzten monate revue passieren lasse:
surfen, das kap der guten hoffnung, die 6h-wanderung den tafelberg hoch und wieder runter, road trip entlang der garden route (inkl. affen streicheln, elefanten aus nächster nähe, safari mir löwen, nashorn, und giraffen und feststellen, dass meine adrenalingrenze eindeutig beim höchsten bungeejump der welt liegt - kopfüber 216m runter? nein danke-), winetasting in stellenbosch (nein, ich vertrag das zeug einfach nicht und mag es noch weniger), symphonieorchester-konzert im botanischen garten mit den eltern, earth hour an der v&a waterfront mit konzert vom philharmonischen orchester cape towns, eine woche namibia mit andy (inkl. delphin-katamaran cruise mit schampus und austern, sandboarding und quadbiking durch die wüste) und ein paar tage jo'burg, wo ich nach 5 jahren endlich pips mal wiedergesehen hab und mir das apartheid museum und die soweto-tour genehmigt habe (historischer overkill), zugfahrt hin und zurück durch ganz südafrika und zu guter letzt hai-tauchen im käfig mit weißem hai 5cm von mir entfernt.

abgesehen von all den reisen und der - für mich ungewöhnlichen - masse an naturerlebnissen hab ich es hier auch geschafft ein normales studentisches leben zu führen. ich werde meine freunde hier nicht vergessen, hab es geschafft mehr zu feiern als die amis (auf lange sicht gesehen), was echt was heißt!, trotzdem meine kurse bestanden (schätze ich) und nebenbei fallen mir spontan drei dinge ein, die wohl mein semester extra-kurrikulär ausmachen:

1. Stones, wo ich SEHR viel zeit damit verbracht habe zu socializen und an meinem billard-können zu feilen.

2. Tanzen!!! der hiphopkurs an der uni hat mich tänzerisch sehr viel weiter gebracht und mein ego insoweit hochgepusht, dass ich weiß, dass ich für ne weiße wirklich ziemlich gut bin; dazu das projekt, dem ich 2 monate lang den großteil meiner zeit geopfert hab: nadias musikvideo. die mädels, mit denen ich choreographiert, getanzt und gedreht hab, waren eine extreme inspiration und haben mir so viel beigebracht, das ich in den letzten 2 jahren verpasst habe. das resultat? ein ziemlich geniales musikvideo, in dem ich zu sehen bin !!! (ja, die dvd hab ich natürlich davon...) :-)

3. township debating league: jede fahrt in das township war die hölle. und jedesmal war ich dankbar, es gemacht zu haben. diesen kids argumentation beizubringen und zu sehen, wie sie trotz mangelndem allgemeinwissens extrem überzeugend argumentieren, aber auch die grds kulturellen unterschiede und die fürchterliche stunde, in der ich den holocaust und den 2.WK innerhalb von 20 minuten erklären musste, haben wir viel beigebracht, in sachen motivierung der kinder, eine gesunde arbeitsatmosphäre in der schule - und auch dankbar zu sein für meine gute schulausbildung.

alles in allem hab ich so unglaublich viel hier erlebt und gesehen, dass es unmöglich ist, all das zusammenzufassen. aber da ein bild mehr sagt als 1000 worte, hab ich nochmal einen schwung fotos bei picasa hochgeladen.....


Lektionen für's Leben, nicht für die Schule...

das letzte jahr wahr wohl mit abstand das intensivste, was lebenserfahrung meinerseits angeht.
angefangen hat es mit sofia, wo ich derart viel zeit mit mir selbst verbracht hab, dass ich sämtliche stadien der depression durchgemacht hab, bis zu dem punkt, wo ich endlich gelernt hab mit langeweile umzugehen und mit mir selbst klarzukommen. um weihnachten rum war ich sogar der festen überzeugung, vollkommen unsozial geworden zu sein und mit meinen mitmenschen nicht mehr umgehen zu können.

die erleichterung kam, als ich in cape town ankam und, ganz im gegensatz zu jener überzeugung, mich in das erlebnis leute kennenzulernen stürzte. nach knapp 4 wochen hatte ich die schnauze gestrichen voll von oberflächlichem smalltalk, dauerfeiern und generell internationalen studenten, insbesondere amerikanern.

jetzt, rückblickend, nach weiteren 4 monaten versuchen unter jenen internationalen studenten wirklich gute freunde zu finden, hab ich aufgegeben. auch, wenn es einige gibt, bei denen ich mir sicher bin, hätten wir nur mehr zeit gehabt, hätten da echt dicke freunde draus werden können, fürs leben. leute wie laura, justin, steffen, henni und andy - menschen, die mir wirklich ans herz gewachsen sind -, genauso wie siya und nadia hätten wohl echt richtige enge freunde werden können, wäre da nicht das kleine zeitproblem und die tatsache, dass wir im endeffekt doch nur int.studenten waren, die bald wieder zuhause sind und in ihr altes leben zurückkehren.

kultur

nichtsdestotrotz, ich hatte richtig spaß. ich habe so viele unterschiedliche leute kennengelernt, mich fürchterlich aufgeregt und irgendwann echt an meiner kulturellen offenheit gezweifelt. europa und europäer sind mir von der mentalität her wirklich sehr nah, hab ich feststellen müssen. und es ist erstaunlich schwer die amis so zu nehmen, wie sie sind, ohne ständig den kopf zu schütteln. aber ich denke, ich habe es irgendwann in den letzten 2 monaten geschafft, dank der diskussionen mit und erklärungen von justin und andy halbwegs hinter diese mentalität zu steigen und das, was ich nicht nachvollziehen kann, hinzunehmen. das, kombiniert mit zunehmender diplomatischer herangehensweise (wo ich früher eiskalt die europäische art als die bessere dargestellt hab, hab ich jetz gelernt derartige gedanken diplomatischer an den mann zu bringen, mit zunehmendem erfolg) hat dazu geführt, dass ich nun akzeptieren, dass man die andere mentalität vielleicht hinnehmen muss und versuchen kann, die gemeinsamkeiten zu genießen.
eine harte lektion, aber nun bin ich vielleicht weniger idealist/kuwi, und bodenständiger, was kulturelle diversität angeht.

ach ja, mit der afrikanischen kultur hatte ich natürlich null probleme und auch keinen kulturschock - is wie die indische. nur fröhlicher. TIA (this is africa).

rassentrennung

cape town does that to you... diversität ist wohl das große stichwort hier. diese ganze rassentrennung geht mir ja so gegen denn strich. und man merkt, dass es wirklich noch ne weile dauern wird, bis die das hier gebacken kriegen.
zeitgleich mit meiner toleranz gegenüber den amerikanern kam jedoch auch die erkenntnis, dass es sehr leicht ist diese rassentrennung zu verurteilen, als westlicher mitbürger.
doch sollten wir uns vielleicht mal an die eigene nase fassen, an die berliner nase vor allem. weil...... auch, wenn wir in dtl. vielleicht nicht nach der rasse gehen (kein wunder bei der geschichte!), so muss man doch sehen, dass die fehlgeschlagene integration der ausländer, insbesondere der türken, so wie die skepsis in der EU gegenüber dem türkei-beitritt auch nicht gerade von ungemeiner toleranz zeugen.

vielleicht ist es menschlich, unterschiede zu sehen und zu akzeptieren. solange es nicht ausartet, natürlich, is klar. was ja nun in südafrika echt der fall ist. aber die generellen vorurteilen gegenüber südafrika und indien in bezug auf segregation, respektive das kastensystem, sollten mit vorsicht genossen werden, solange wir immer noch bestimmte bezirke haben, wo eigentlich nur ausländer leben. zugegeben, wir haben keine slums oder townships. aber das ist aus meiner sicht einfach ne wirtschaftliche frage. die isolation einzelner gruppen innerhalb unserer gesellschaft ist dennoch realität und nicht viel anders als in cape town. nur halt nicht so krass.

apartheid

ja, die apartheid..... das war ja eins meiner hauptanliegen hier, was drüber zu lernen. und ich muss sagen.... vom akademischen standpnkt her hab ich nicht so viel dazu gelernt (wo wir wieder bei der guten schulausbildung wären) - das apartheid-museum in jo'burg ist zwar interessant und ich bin jetz fast experte in sachen mandelas leben, aber so richtig viel neues hab ich nicht erfahren. also lernt man wohl nicht für die schule hier.
viel wichtiger ist aber, was ich gesehen und gehört habe. die townships, die geschichten und erklärungen meiner südafrikanischen freunde und viele viele bilder haben mir einiges darüber beigebracht, was die folgen eines solchen systems sind, das zwar keinen holocaust betrieben hat, dafür aber die rassentrennung über 3 jahrzehnte hinweg durchgezogen hat.....

uni und sprachen

akademisch hat mir das letzte jahr zwar im hinblick auf die dt. rechtsordnung null gebracht (eher -50%, weil ich die hälfte DER DETAILS vergessen hab), aber dafür in sachen rechtheorie (nicht, dass es mich interessieren würde, aber is nützlicher als rechtsgeschichte) und internationalem recht und rechtsvergleich schon.
rechtsvergleich musste ich in BG betreiben und habe es in CPT indirekt durch diskussionen mit amis und südafrikanern betrieben. und festgestellt, dass das dt. system, insbesondere im öff.recht, wirklich gut durchdacht ist, vor allem im vergleich mit den USA, wo mir nach längerer unterhaltung mit andy vor lauter Demokratiedefizit-gedanken regelrecht schlecht wurde.
im internationalen recht habe ich vor allem in südafrika große fortschritte machen können, durch einen hervorragenden kanadischen prof und die südfrikanische herangehensweise des fallrechts, was in dtl, zumindest im grundkurs, voll untern tisch fällt.
sprich, daumen hoch akademisch, ich hab viel gechillt und spaß gehabt, jetz geht leider der ernst des lebens wieder los, auf in den nächsten abschnitt meines lebens, der mit dem 1. staatsexamen enden wird.

sprachlich...... ja, bulgarisch geht so, zumindest hab ich jetz die grammatikalische grundlage zu meinem gebrabbel. afrikaans war überwitzig, aber wieviel ich in nem anfängerkurs gelernt hab, wird sich zeigen, wenn ich das nächste mal in den niederlanden bin...
andere afrikanische sprachen waren leider nicht drin, weil ich nur zeit für eine hatte und dann lieber was nehmen wollte, was meiner sprachfamilie nahe ist, sodass ich in nem halben jahr auch möglichst viel bei rausholen kann.... im nachhinein wärs wohl schon cool, n bissel Xhosa zu können (spricht sich übrigens "Kosa" mit klick aufm K, lol... die klicks gehen jetz), oder zulu oder swahili... die letzteren beiden wurden leider nicht angeboten...

englisch war ja nun mein hauptanliegen. und hat sich ausgezahlt. ich hab nun ein level erreicht, wo nur noch amis und kanadier hören können, dass ich nicht vom nordamerikanischen kontinent komme. und was die qualität angeht, hab ich mir nun eingestehen müssen, dass es wohl nicht mehr besser werden wird. ich hab viele vokabeln gelernt und durch MUNs kann ich mich intellektuell und juristisch ausdrücken, amerik. umgangssprache läuft auch und ich verstehe endlich britisch, australisch und afrikanische akzente.
also, nochmal daumen hoch, voller erfolg, jetz gehts zurück ans französische, das hat total gelitten, und ans deutsche, das nämlich auch.

Fazit

ein traum ist wahr geworden. es war, wie ich es mir erträumt hatte und besser.
zurückkommen ist hart, mit jedem auslandsaufenthalt wirds schlimmer. auch, wenn ich mich zum ersten mal wirklich freue, wieder da zu sein und berlin unsicher zu machen. mal sehen, wie lang es anhält. ich schätze, in nem halben jahr fang ich wieder an zu nerven...

fazit vom fazit:
es hat mir gut getan und ich hab mir selbst bewiesen, dass ich definitiv auch allein im ausland klarkomme. trotz gaskrise (danke nochmal, putin, du penner!).
südafrika werde ich definitiv besuchen, mir fehlen da im süden noch n paar sachen, so Botswana, Zambia (viktoria falls!), mozambique, etc... ich hab blut geleckt, afrika is genial!!!
und sogar meine abneigung gegen nen besuch der USA hab ich abgelegt, jetz hab ich ja freunde da, die ich besuchen kann... vielleicht wird für den sommer nachm staatsexamen mal n road trip ost-west angesetzt. mal sehen.......

sprich, es war toll, ich bin wieder da und damit is mein blog hiermit beendet, denn das auslandsjahr ist, nach einem jetzt noch folgenden reise/MUN sommer im oktober beendet....................


ps: meine handetasche war übrigens sehr lebendig und hat sich klauen lassen. handynummern muss ich mir erstmal wieder zusammen sammeln.

2 Kommentare 2.7.09 09:49, kommentieren

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Zugzwang oder: Maria hat verdammt viel Zeit heut

Hm… also irgendwie ist mein schlechtes Gewissen zwar schon da, dass ich eigentlich grad nur aus Zugzwang blogge (weil Lena und Jule ja echt konstant am bloggen sind – übrigens echt empfehlenswert), aber irgendwie auch nicht. Das klingt jetz egoistischer als es gemeint ist… ich hab einfach das Gefühl, nicht zu wissen, worüber ich bloggen soll… weil, eigentlich war mein Blog dazu gedacht, meine genialen Theorien in der Weltgeschichte zu verbreiten, aber irgendwie kommen hier da echt wenige bei rum, in diesem Land. Schwer zu erklären, aber ich fühl mich so zu Hause hier, und der Alltag ist so krass eingekehrt, dass ich das Gefühl hab immer nur zu bloggen, was ich gerade mache… und das ist jetz nicht so überspannend, find ich…… aber ich werde es trotzdem wieder tun, und derweil versuchen mich an die wenigen Theorien zu erinnern, die mir in letzter Zeit gekommen sind.

 

Also, was hab ich denn so getrieben in letzter Zeit?? Wie gesagt, der Alltag ist hier irgendwie eingekehrt… meine Standardwoche sieht folgendermaßen aus: Montag: Uni (zwei Veranstaltungen), danach chillen, ab und zu n bissel was für die Uni machen (hab dienstags Tutorium, da muss man schon mal was vorbereiten), abends n ruhigen… Laura und ich haben eingeführt, dass einmal die Woche ins Kino gegangen wird, weil momentan viele gute Filme draußen sind (letzte Woche gab’s „Seven Pounds“, heute geht’s zu „Slumdog Millionaire“, „Valkyrie“ schau ich mir noch an und dann gibt’s noch viel mehr da draußen)

Dienstag: morgens um 8 zur Uni, versuchen in Umweltrecht wach zu bleiben, dann Pause, dann Tut, dann Afrikaans, dann 2h frei, wo ich normalerweise mich an der Uni auf ne Wiese knalle, mir mein Workshop-Manual vornehme und den Workshop der Woche im Kopf durchplane… dann geht’s direkt danach ins Township zum Unterrichten. Das ist meistens ne sehr ambivalente Geschichte. Mein Partner, Javan, ist n Südafrikaner (aus Durban) indischen Ursprungs, dementsprechend unorganisiert, aber hat Erfahrung im Debattieren und somit sind wir n recht gutes Team.. manchmal geht er mir mit seiner hyperaktiven Art aufn Keks, aber generell passt des schon. Alle, die bei mir im Bus sind, sind Südafrikaner, und irgendwie bin ich die einzige, die halbwegs ruhig ist auf der Fahrt, weil ich die einzige bin, die ausm Fenster guckt. Das hat damit zu tun, dass die Townships in Cape Town echt unterschiedlich sind, und ich nun in einem der schlechteren unterrichte, wo halt keine festen Häuser sind, sondern schon einfach Wellblechhütten. Zieht mich jedes Mal runter, aber bereitet mich mental irgendwie aufs Unterrichten vor, und ich hab ja in Indien nun gelernt, dass man auch nichts mitnimmt, wenn man wegguckt…. Der Unterricht kommt mir grundsätzlich zu kurz vor, in 40 Minuten tauen die Kids gerade mal auf, am Ende haben wir immer extrem gute Debatten und Argumente (die sind ja so fürchterlich bodenständig und schlau für 14-18, es bricht einem das Herz zu wissen, dass der Großteil nie studieren wird, weil sie es sich einfach nicht leisten können).. ich hab sie echt gern, auch, wenn sie mir gegenüber natürlich immer noch vorsichtig sind, ne Weiße ist halt immer so ne Sache…

Danach hab ich alle 2 Wochen noch n Meeting mit der UN-Association Gruppe, bzw. ab sofort wird’s wohl auch mehr werden, weil ich es mal wieder geschafft hab mich großflächig für die UNO-Simulation einzusetzen, sodass es wohl auf ne eher zentrale Rolle hinauslaufen wird.

Dienstag abends fängt dann normalerweise die Partywoche an, d.h. wir gehen entweder in Obz einen trinken oder letzte Woche waren wir im „Tiger Tiger“, was eher so’n recht hipper Anlaufpunkt für die vollpubertäre Jugend ist, wo aber dienstags keine Kerle unter 20 reingelassen werden, sodass die Atmosphäre recht ok ist, mit nem riesigen Dancefloor und 6 Bars sich auch gut verteilt… so was in der Art…

Mittwoch hab ich nur Afrikaans um 11, was wahrscheinlich diese Woche dem Sandboarding zum Opfer fallen wird… Mittwoch abends hab ich dann immer 1.5h schweißtreibendes Training, was aber immer noch Riesenspaß macht (Krumping hab ich aufgegeben, aber jetz sind wir bei Reggaeton und im Allgemeinen fühlt es sich gut an, dass ich als einzige Weiße mithalten kann – ja, wir sind dann jetz schon 3, aber die andren beiden schauen, mit Verlaub, fürchterlich „weiß“ aus, wenn sie tanzen – und akzeptiert bin), und abends ist dann meistens „half-prize pizza“ im Obz Café angesagt, hinterher „2 for 1 Happy Hour“ im Stones (unsre lokale Billardbar), bis mir dann einfällt, dass ich für 6 Uhr aufstehen schon wieder zu betrunken bin und nach Hause gehe (ja, ich gehe langsam ab und zu allein nach Hause, hab die Schnauze voll vom abhängig sein; und das ist in Obz kein Problem, muss eh nur 5 Minuten laufen und bin nachm Training noch so im Gangster-Image drin, dass man mir eh von Weitem ansieht, dass man sich mit mir nicht anlegen sollte)…

Donnerstag früh dann wieder um 8 Uni, durchweg bis 2; danach fängt quasi mein Wochenende an, sprich ich chille am Pool, gefolgt vom Abendprogramm, was variiert von Stones über Corner Bar bis hin zu Clubbing…. Möglicherweise schleicht sich da jetz auch ne Tradition ein… letzten Donnerstag saß ich nämlich ganz unschuldig im Garten, da taucht Mick mit ner ganzen Horde Männer auf, ich kannte nur Andrew, Isaac und Chris, und dann noch 3 weitere, alle grad vom Fußballtraining zurück und dementsprechend ab in unsren Pool.. ich sag mal so, ist jetz schon nicht so schlecht, wenn sich 6 Männer im eigenen Garten entblößen und in den hauseigenen Pool springen, ich hatte gut was zu gucken….. hinterher sind wir dann zu einem von denen nach Hause, Jan – n Holländer -, und haben da n Braai veranstaltet. Das nette dran war, dass das mal ne ganz andre Truppe ist, die da auftauchte, weil das alles Leute sind, die hier Praktika machen (im Theater oder Häuser bauen im Township oder Refugee Center), d.h. alle n bissel bodenständiger drauf. War sehr nett, und soll anscheinend zur Donnerstagstradition gemacht werden, mit dennoch variierendem Programm, nur dass die Leute halt irgendwann mal in die Heia müssen, weil die Freitag arbeiten müssen. Find ich gut.

Freitag gestalte ich, wie mir ist, sei es Surfen, Segeln oder irgendwas andres…im Segeln hab ich mich bisher eher schlecht geschlagen, weil einmal der Baum einfach das Gefühl hatte sich verabschieden zu wollen (irgendwie ne scheiß Situation, so mitten aufm See, in einer Hand die Großschot, in der andren den Baum und versuchen, das Ruder halbwegs mit den Knien zu justieren&hellip und beim zweiten Mal bei meiner Wende der Wind mittendrin gedreht ist und ich plötzlich im Wind stand und das Boot nicht rumgekriegt hab und ins Schilf gedriftet bin… Ganz übel peinlich. Vorgestern hab ich aber eher gar nichts gemacht, weil wir geschlagene 40°C im Schatten hatten, ohne Wind, d.h. ich hab einfach nur am Pool gesessen und mich nicht bewegt.

Samstags ist dann meistens Segeln angesagt oder weiter chillen, abends Party, und Sonntag dasselbe, nur ohne Party.

Dieses Wochenende hab ich am Samstag mit Laura ne Shoppingtour durchgezogen, mir n Kleid zugelegt, Luftmatratzen und nen aufblasbaren Sessel für den Pool gekauft und dann beim Friseur 10cm Haare gelassen, was mal wieder nötig war und ziemlich gut ausschaut, vor allem sehr gut geschnitten (edler Salon) und nur 165 Rand (= rund 15 &euro bezahlt… gestern abend war Party und Stones angesagt und heute halt Kino..

Nja, und ab und zu mach ich auch was für die Uni, aber ich hab halt im Gegensatz zu allen andren das gleiche System wie in Dtl., sprich nur eine Klausur am Ende, die 100% zählt. Demnach nehm ichs momentan gelassen, diese Woche wird n bissel stressiger, weil ich innerhalb von einer Woche nen Paper im Rahmen von 2000 Wörtern runterreißen muss, irgendnen Fall kommentieren. Na, meckern haben wir Deutschen doch drauf, das wird n Klacks, endlich mal ne Entscheidung kritisieren zu dürfen, da freu ich mich schon fast drauf.

 

Joa….. ansonsten, was ist mir so aufgefallen?

  1. Mein Lieblingsthema: die Amis… klasse Sache, die Poolpartys von denen. Wie im American Pie Film: da besaufen sich alle bis zum Umfallen, und als ich nach 1,5h die Schnauze voll hatte und mich mit Max (nem Deutschen) und Justin verzogen hab, sprangen grad die ersten Mädels halbnackt in den Pool. Fazit: die Filme sind nicht überzogen, wie wir alle gehofft hätten: nein, die sind wirklich so!!! Seitdem hab ich keine große Lust mehr auf diese internationalen (amerikanischen) Partys, auf denen ich erstaunlicherweise trotz aller Bemühungen vollkommen nüchtern bin und mich eigentlich nur frage, was ich hier mache und ob ich fürchterlich langweilig geworden bin…

Abgesehen davon hab ich nach einigen Tagen leichter Depression/Frustration mich damit abgefunden, dass ich unter den (männlichen) Amis wohl eher wenige Freunde finden werde, die meine (zugegebenermaßen hohen) Erwartungen an ne Freundschaft erfüllen. Seitdem lebt sich das Leben zwar leichter, aber es führt leider auch dazu, dass ich wieder mal eher mein eigenes Ding mache und wieder viel Zeit allein verbringe… dafür komm ich mit Laura und Gabby um so besser klar, und mal sehen, vielleicht finde ich unter den Praktikanten n paar bodenständige Leute, bis dato schaut das ja recht gut aus…

 

  1. (meine bis dato einzige Theorie) Thema Sicherheitsgefühl: da rennen hier also alle Menschen mehr oder weniger sicherheitsparanoid rum – vor allem natürlich die Austauschstudenten, ich versuche mich davon n bissel zu distanzieren, sonst kann man dieses Land ja nicht genießen. Nun erklären mir alle Kapstädter, dass Obz ja so fürchterlich komisch sein soll… mit komisch meinen sie, glaub ich, alternativ. Denen erklär ich meistens, dass es mir gerade deshalb so gut gefällt, weil es n bissel wie n kleines Berlin ist… meistens füg ich hinzu, dass ich besonders gut finde, dass die Segregation hier nicht stattfindet. Und soweit ich das mitbekommen hab, ist Obz da so ziemlich das einzige Viertel in Cape Town. Was (kleine Untertheorie) übrigens erklärt, warum hier die meisten Ausländer leben. Weil nur die wirklich versuchen zu mischen und nicht nur unter sich (hautfarblich) zu leben, sondern irgendwie was gegen die Post-Apartheid zu tun… Jedenfalls meinen alle, es sei ja sooooo gefährlich. Was ich beileibe nicht unterschreiben würde, weil ich mich hier sicherer fühle als woanders, gerade weil es so gemischt ist. Nichtsdestotrotz muss ich zugeben, dass ich, wenn ich nachts unterwegs bin, grundsätzlich keine Angst hab, wenn ich nem Weißen begegne. Warum ist das so?? Während andrerseits n Bekannter von uns (n „Farbiger&ldquo neulich eingebuchtet wurde, weil er mit ner Weinflasche offen rumlief (das is hier, wie in den Staaten, verboten) und meine schwarzen Freunde der festen Überzeugung waren, dass das nen rassistischen Hintergrund hatte, weil der Polizist weiß war – und generell weißen Südafrikanern misstrauen (verständlich, wenn man sich mit nem weißen Südafrikaner unterhält, der einem klar machen will, dass das System unfairerweise Schwarze bevorzuge – ähnlich der generell indischen Oberschicht, die meckert über die Quotas für untouchables&hellip… Warum also trauen wir grundsätzlich unsrer eigenen „Rasse“ nicht zu, uns was Böses zu wollen??? Ich würde das mal lapidar auf biologische Hintergründe zurückführen, einfach, weil die eigene Spezies ja eigentlich kein Interesse dran hat einem was anzutun. (lassen wir die Nazis jetz mal raus, ich weiß, dass diese Theorie in der Hinsicht schwächelt) – möchte man meinen. Ich persönlich rede mir aber ein, dass das bei mir psychologisch aber eher den Hintergrund hat, dass ich weiß, dass n Schwarzer in diesem Land im Schnitt schlechter dran ist und demnach eher n Interesse dran hat mich zu beklauen. Das Durchschnittseinkommen eines Weißen hier ist ungefähr dreimal so hoch wie das der schwarzen Bestverdiener…. Demnach wird ein Weißer mit meinem Billighandy, das ich mir hier zugelegt hab, wohl eher wenig anfangen können, während auch schon wegen nem Paar Markenschuhen nen Auto aufgebrochen worden ist… Fazit: Wir sind dann doch alle Rassisten. Darauf läuft es wohl hinaus. Gerade deshalb bin ich froh, in Obz gelandet zu sein. Alle andren suburbs (ja, Obz wird als Vorort angesehen, obwohl ich es einfach mal mitten ins Zentrum von Cape Town einordnen würde, schließlich ziehen sich die Vororte von Cape Town theoretisch bis runter zum Indischen Ozean) sind Opfer der Segregation. Im Norden wohnen die wohlhabenden Farbigen, südlich von Obz wird’s (mit 1-2 Ausnahmen) immer weißer und reicher und im Osten sind die Townships, farbig wie schwarz… demnach: ja, ultimativ Glück gehabt, mein „Freundeskreis“ ist zwar zum Großteil weiß (naja, international halt), aber wir haben auch unsre schwarzen und farbigen Locals dabei und in Obz lernt man immer Leute kennen…..

 

Und ja, ich weiß, dass es komisch klingt, wenn ich diese Begriffe „schwarz, weiß und farbig“ benutze, ich hab mich auch selbst noch nicht richtig dran gewöhnt… in Englisch klingt das alles nicht so krass, auf Deutsch fühlt es sich für mich immer noch komisch an. Was sicher auch damit zu tun hat, dass ich nun langsam wirklich an dem Punkt bin, wo ich voll und ganz in Englisch denke, mich nur mit Deutschen abgebe, die mit mir Englisch sprechen und in Afrikaans echte Probleme mit der Satzstruktur habe, die wie die deutsche Satzstruktur ist, während ich in englischer Satzstruktur denke. Sprich, ich übersetze, wenn ich was in Afrikaans sagen will, vom Englischen ins Deutsche und dann ins Afrikaans… anstrengend. Komisch fühlt es sich trotzdem an, wenn ich mit den Deutschen Englisch rede, weil es einfacher ist, oder mit den Niederländern nur Englisch rede, obwohl wir theoretisch jeder in unsrer eigenen Sprache reden könnten und uns wahrscheinlich verstehen würden (vor allem, da ich festgestellt hab, dass durchs Afrikaans die Vokabeln kommen, die ich sonst nicht verstehen würde, weil sie mit Deutsch nichts zu tun haben, und ich demnach mehr vom Niederländischen verstehe). Aber Englisch ist halt so viel einfacher. Sprich, es wird fürchterlich werden, wenn ich wiederkomme. Aber das wussten wir ja schon vorher. Bulgarisch und Französisch hab ich nach hinten geschoben, spreche Afrikaans nur im Afrikaans-Unterricht (die UCT hat kaum Afrikaaners als Studenten, wenn, dann sprechen sie Englisch, Stellenbosch ist wohl mehr die Afrikaans-Uni, hab ich gehört) und bin immer noch nicht sicher, ob ich die drei Klicks in isiXhosa auseinander halten kann, bzw. übe immer noch an dem Klick im Wort !Xhosa… - fühle mich n bissel wie’n Ami, der im Grunde nur Englisch spricht… aber egal, ich will Muttersprachenniveau hier erreichen und bin aufm besten Weg, inclusive Umrechnung ins imperiale System, mit Foot, Inches, Miles und °F… auch, wenn SA gottseidank das metrische System verwendet.

 

So, was sonst noch?? Ich glaub, das wars schon… ich werde jetz mich hier ausm Café verziehen, weil mir der sehr gesprächsfreudige Kellner langsam aufn Keks geht und außerdem heut, glaub ich, schon wieder irgendein Fußball- oder Kricket- oder Rugbymatch im TV läuft und ich mich mit allen drei Sportarten (zwei davon langweilig, die letzte absolut lächerlich) und dem dazugehörigen überemotionalen männlichen Publikum einfach nicht anfreunden kann… dann doch lieber zuhause den das Argus Fahrradrennen angucken, die längste Etappe der Welt, die von irgendwo am Indischen Ozean am Tafelberg vorbei zum Atlantik führt (140km, glaub ich) und für das sie den halben Verkehr um Cape Town drumrum (nen ganzen Highway) über die M4 – was die ohnehin überfüllte Main Road ist, die u.a. auch durch Obz führt – umgeleitet haben… super. Bald findet hier der Two Oceans Marathon statt, da läuft das noch mal so…. quasi einmal ganz Cape Town lahm gelegt….

 

Also, Zusammenfassung: ja, mir geht’s gut hier, wie immer; ich überlege ernsthaft meinen Master, falls ich einen mache, hier zu machen…. Denn die Studiengebühren, die ich momentan hier zahle, zahlt man als richtiger internationaler Student hier anscheinend nicht pro Semester, sondern im Jahr, was weniger ist als an der Viadrina, und vor allem sind die Lebenskosten niedriger. Mal sehen… hat ja Zeit. Erstmal meine nächsten vier Monate genießen… :-)

 

Cheers!

 

 

 

1 Kommentar 8.3.09 17:17, kommentieren

Südafrika, immer noch ein Traum...

So, das mit dem Ende der Woche hat ja nicht so ganz hingehauen, ne?? Naja, ich sage mal, „African Time“. :-D Grundsätzlich, wenn sich hier einer beschweren will, tue er das unter der Nummer 0027738858433  (meine Handynummer hier) und wundere sich nicht, wenn die Antwort auf „T.I.A“ (Abkürzung für This is Africa, absoluter Running Gag hier, passt auf fast jede Lebenssituation) lautet…

 

Mir geht’s immer noch gut, es wird eigentlich von Tag zu Tag nur besser. Habe die letzten zwei Wochen großflächig damit verbracht zu feiern und massiv Leute kennenzulernen. Zum Großteil handelt es sich dabei (teilweise leider) um Amis, die sich halt teilweise echt Mühe geben auch wirklich echte Bilderbuch-Amis zu sein. Sprich, die kurzen Sporthosen müssen immer sein, egal ob man nun die Figur dafür hat oder nicht. Die laute Stimme darf natürlich nicht fehlen und, das wichtigste: das sich massiv besaufen, angesichts der Tatsache, dass man hier ja schon trinken darf – man merke: ich gehöre hier zum alten Eisen, die Amis sind ja alle nur zwischen 19 und 21. D.h., sogar ich habe nach 2 Wochen mithalten das Handtuch geworfen und zwei Entgiftungstage eingelegt, weil es mir mächtig aufn Keks ging, das ständige Trinkspiele spielen, Rumgegröle und die Tatsache, dass sie es eh alle nur machen, weil sie sonst einfach nicht den Mut haben Leute kennenzulernen. Mit zunehmender Notgeilheit innerhalb der amerikanischen Community nimmt demnach auch der Alkoholkonsum zu – was aber leider mangels Trinkerfahrung schnell die Träume vom Leute kennenlernen zerplatzen lässt, wenn man schon zu betrunken ist um klar kommunizieren zu können…

Ja, ich liebe sie, meine Amis. Also, die bei mir im Haus fallen da nicht drunter, ich mache jedes Mal wieder drei Kreuze. Aber generell isses irgendwie anstrengend sich wie ne Alte vorzukommen, die auf 14-Jährige herabguckt und nicht mehr nur trinkt, um betrunken zu sein…….. naja, wie dem auch sei, grundsätzlich ist die Community schon ok, und wenigstens die südafrikanische Truppe ist im Schnitt 27, sprich n bissel weniger unreif…

 

Ansonsten war ich zum ersten Mal surfen, was sich als unglaublich spaßig herausstellt. Die Balance kann ich ganz gut halten, durch das Snowboarden – nur Geschwindigkeit draufkriegen und dann aufstehen ist noch so ne Sache. Zumindest hab ich es schon geschafft die eine oder andere Welle zu reiten und das ganze Salzwasser aus meiner Lunge wieder rauszukriegen.

 

Abgesehen davon haben wir es am Sonntag endlich geschafft ohne Kater aufzuwachen und uns aufn Weg zum Tafelberg zu machen. Man stelle sich also bitte mal Maria vor, die Wandern aufn Tod hasst, die also freiwillig die 1100m hochlatscht… die ersten 600 Höhenmeter habe ich diesen Berg verflucht und gehasst, danach gings, mit zunehmender Aussicht wurde die Laune besser und oben angekommen, mit nem ordentlichen Wind um die Nase und nem Blick vom Atlantik bis zum Indischen Ozean ging es mir schon zunehmend genialer. Dann sind wir n bissel aufm Tafelberg rumgelaufen (ja, er ist wirklich flach, zumindest, nachdem man bis zum höchsten Punkt gekraxelt ist) und als wir dann an der Gondel ankamen, am anderen Ende, wurden wir schlagartig wieder daran erinnert, dass dies ein katholisches Land ist, wo sonntags alles möglich ist, außer Alkohol zu kaufen, shoppen zu gehen und eben Gondel zu fahren… demnach mussten wir den ganzen Berg wieder runterklettern – der Weg runter neben der Gondel ist mit Felsen bestückt, sprich es wird wirklich mehr Treppe gelaufen und geklettert als alles andere. Das dauerte auch so seine 2h, während die Sonne unterging und wir irgendwann in absoluter Dunkelheit liefen und den Sinn der Taschenlampe an unsrem Handy erkannten. „Unten“ (also immer noch auf 100m Höhe oder mehr) angekommen haben wir uns dann ne Taxe gerufen, mussten noch so nen km laufen bis zum Gondelstation – was aufgrund des enormen Rückenwindes (hab ich schon erwähnt, dass Cape Town RICHTIG windig ist??) eher in rennen bzw fliegen ausartete – und waren dann so gegen 9 zuhause, noch was essen gegangen, einen Drink hintergekippt und ab ins Bett… Montag hatte ich dann auf den fürchterlichen Beinmuskelkater (und Knie im Arsch vom Runterlaufen) schön noch das erste Tanztraining.. das war echt nett, nur hab ich ganz schön Schiss vor heute vor dem Fortgeschrittenen-Training, weil einige von denen richtig abartig gut sind, da zieh ich nur meinen Hut vor….. ach ja, die Afrikaner (ich war die einzige Weiße unter 200 Leuten), die sehen ja immer gut aus beim Tanzen, selbst die Anfänger schauen irgendwie cooler aus als ich….. *grummel*

 

Joah, ansonsten, Uni läuft so vor sich hin, ich amüsiere mich köstlich über Afrikaans, das wirklich genau in der Mitte zwischen 17.-Jahrhundert-Deutsch und Englisch ist, mein Kurs in Internationalem Recht wird echt anspruchsvoll – muss einen Fall kommentieren, ein Memorandum schreiben und dann noch die Klausur am Ende, und unser Tutorium ist aufgebaut wie ne UNO-Simulation, d.h. jedes Tutorium vertritt ein afrik. Land rechtlich gegen alle andren, d.h. wir müssen halt quasi Berater für die rechtlichen Interessen des Landes spielen und n Haufen Dokumente verfassen usw… alles n bissel praktischer angelegt als in Dtl., und generell klingts interessant, aber auch nach nem Haufen Arbeit. Mal sehen, ich bin jedenfalls Ägypten für die nächsten 5 Monate :-)

Ja, mehr gibt’s eigentlich nicht zu erzählen, weil mehr Kurse hatte ich noch nicht.

 

Society-technisch hab ich mir das Semester zugebombt, mit HipHop, Segeln/Windsurfen (=Yacht Club der Uni), der UN-Association (zwei UNO-Simulationen dieses Semester) und der Township Debating League, wo ich Jugendlichen debattieren und diskutieren beibringe und sie dann durch nen Wettbewerb hindurch betreue – natürlich werden meine Kids gewinnen, is ja klar ;-)   und dazwischen immer mal noch surfen fahren und wandern und Sand-Boarding und überhaupt… was für ein sportliches Semester…. Das mit dem Bungee-Jumping, das hier alle machen wollen, überleg ich mir noch, ich trau so nem Seil nicht so ganz….. andererseits ist das hier inner Nähe von Cape Town wohl die höchste Bungee-Jump-Brücke der Welt, oder zumindest des Kontinents…. Hm…… reizvoll…

 

Nebenbei darf ich echt viel weiter an meinem Muskelkater arbeiten, weil die Uni am Fuß vom Tafelberg liegt, so im ersten Drittel, und da meine Fakultät als einzige am Middle Campus ist, der Shuttle Bus aber nur am Lower Campus oder Upper Campus hält und ich aber Afrikaans jeden Tag am Upper Campus habe, lege ich zu Fuß täglich ne ganze Menge Höhenmeter zurück – was bei der Hitze hier schon langsam nicht mehr witzig ist, weil man vollkommen durchgeschwitzt ankommt und ich grundsätzlich ne Viertelstd.mehr für den Uni-Weg einplanen muss als alle andren. Aber ich hab zumindest für meinen Unterricht um 8:00 morgens schon nen Deal mit einem der Deutschen, dass er mich mitm Auto mitnimmt und am Middle Campus rausschmeißt.

Mit Deals hab ichs eh hier momentan. Das einzige, was mich an SA nämlich nervt ist die Abhängigkeit von den Jungs hier. Dass ich halt nach 8:00 abends nicht mehr allein rauskann. In Indien hat mich das nicht so gestört, aber da hatte ich auch nicht nur mit Amis zu tun, die alle ein paar Schisshasen vorm Herrn sind (hm.. erinnert mich an Sid) und einige es demnach nicht als selbstverständlich ansehen, mich nach Training vom Shuttle abzuholen (die Haltestelle ist 10min weit weg), weil es ja abends um 9 ist…… und der Titel Gentleman kommt auch eindeutig nicht aus den USA… *grummel* naja, gottseidank gibt es noch ein paar Europäer hier, die alle immer wieder sagen, dass es überhaupt kein Problem sei und doch wohl ne Selbstverständlichkeit und dass ich mir mal keine Gedanken machen soll, dass ich ihnen zur Last fallen könnte – das Gefühl geben einem nämlich viele von den Amis… und da ich aber nun mal zum Großteil von denen abhängig bin, hab ich jetz den Deal gestartet, dass, wer mich abends vom Shuttle abholt, 2 Bier ausgegeben kriegt. Recht teurer Deal, aber mir dann doch lieber als mein Handy oder meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen…… Nur regt es mich halt fürchterlich auf, dass ich überhaupt nen Anreiz geben muss……. Naja. Man lernt den europäischen Gentleman zu schätzen.

 

Ansonsten, zum Schluss, das neuste Hausmittelchen, an mir selbst erfolgreich getestet: Kaugummi im Haar (nein, ich weiß nicht, wie er da hin kam, ich weiß nur, dass ich ihn morgens im Haar hatte – irgendwer muss mich echt hassen) geht am besten raus, wenn man Erdnussbutter draufschmiert und es dann rauskämmt! :-) da war ich mal wieder dankbar Amis im Haus zu haben, die absolut süchtig nach dem Zeug sind, sodass wir es gleich austesten konnten und mein Haar gerettet wurde….

 

 

Soviel aus Cape Town, ich werde diesmal keine Versprechung machen, wann ich wieder blogge, sondern bleibe bei dem Motto, wenn ich mich nicht melde, geht’s mir gut und wenn ich es tue, muss das nicht heißen, dass es mir schlecht geht, vielmehr hab ich dann ein schlechtes Gewissen…. :-P

Denn: mir geht es gut, ich bin immer noch der Überzeugung, hier könnte ich bleiben….

3 Kommentare 18.2.09 17:13, kommentieren

Lebenszeichen 3 oder „Cape Town und UCT“ (auch 1 woche alt)

So….. da bin ich nun am andren Ende der Welt…. Und es ist kein Stück anders. Cape Town ist unglaublich europäisch, alle sagen, es sei nicht Afrika. Und dem gebe ich Recht. Cape Town ist ein absoluter Traum, ich fühle mich unglaublich wohl hier, besonders mit dem Wetter, dem Mix aus Strand und Berg (ja, ich kriege immer noch jedes Mal nen Schock, wenn ich den Tafelberg direkt vor meiner Tür sehe, ist einfach ungewohnt – und obendrauf war ich noch nicht), den Palmen (juchhu!!!) und der unglaublich entspannten Mentalität, die man auf der Südhalbkugel nun mal findet…. Aber Afrika ist das nicht. Gesehen hab ich von der Stadt noch nicht so viel, wir waren halt mal im Zentrum, aber auf hard-core Sightseeing in ner Truppe mit 7 Leuten hab ich keine Lust und außerdem war es schon mächtig touristisch… demnach bleiben wir normalerweise in Obs… zum Kap der Guten Hoffnung sind wir während der Einführungswoche gekarrt worden – das war einfach nur unheimlich beeindruckend. Auf den Felsen bin ich nicht rauf, aber auch so, wenn man da am Strand steht und aufs Meer guckt und weiß, das nächste, was da kommt, ist die Antarktis…. Unheimlich beeindruckend und spirituell…. Und die ganzen Buchten drumrum, in dem Nationalpark, also False Bay und wie sie nicht alle heißen, das ist ein Anblick… man möchte am liebsten sofort auswandern, ein Haus kaufen und da bleiben…… ein absoluter Traum, ich hab mich sofort verliebt. Ansonsten werden wir die Woche jetzt wohl mal CPT touristisch angehen, also ich will zumindest unbedingt Hai-Tauchen machen und nach Atlantis (45 Min. nördlich) fahren zum Sand-Boarding und ansonsten gehen wir ab morgen das Surfen an, da wird nach Muizenberg gefahren (Indischer Ozean, der Atlantik ist zu kalt) und dann geht’s los aufs Board.... irgendwann werden wir mal n verlängertes Wochenende in den Winelands (Stellenbosch) angehen und in den Osterferien wird dann eine Woche die Garden Route gemacht… am Ende des Semesters werde ich dann sehen, was ich dann noch mache – entweder ich besuche Pips in Jo’burg oder wir machen mit n paar Leuten die übliche Tour, die hier alle machen: entweder nach Namibia hoch oder Durban und dann Zimbabwe oder Mozambique. Mal sehen…. Ansonsten……… joa, ne, ist Südafrika. Ich musste mich erstmal dran gewöhnen, dass es hier normal ist, alle in Hautfarben einzuteilen, an den Gedanken, dessen ich mich nicht erwehren kann, wenn ich nen weißen Südafrikaner sehe, der da ist: „und wie stehst du dazu?“ und einfach mit der Teilung, die es immer noch gibt. In Obs geht es wirklich, das hier ist das gemischteste Viertel und somit sehr offen, aber generell hängen die Gruppen doch eher untereinander ab…… sehr gewöhnungsbedürftig.. schmunzeln musste ich dann doch schon, als mir beigebracht wurde, dass man hier nicht vom „Poolboy“ spricht, sondern vom „Pooldoctor“, weil „boy“ ja Apartheid-vorbelastet ist….. lol… n bissel wie inner DDR, wo der Führerschein umbenannt wurde…. Generell werde ich an der Uni versuchen in eins dieser Projekte reinzukommen, um da n bissel reinzuschnuppern, wird garantiert hart, weil die Projekte alle in den Townships sind, aber sicher lehrreich….. muss aber erstmal schauen, weil das zum Großteil immer um Unterrichten geht und ich mir das nicht so recht zutraue, Mathe oder so was zu unterrichten…ich hoffe, es gibt noch andere Sachen, im Notfall gibt es wohl ein Projekt, wo man mit den Kids quasi nen Debattierclub aufmacht, ihnen beibringt, wie man diskutiert und argumentiert, und mit ihnen an Wettbewerben teilnimmt… ich denke, das ist für mich als Jura-Student noch machbar…. Ja, die Uni….. ist ein Traum. Unbeschreiblich, dieser Campus… absolut traumhaft, rieeeesig und meine Fakultät ist genau in der Mitte. Superklasse. Habe auch alle Kurse gekriegt, die ich haben wollte, d.h. ab nächster Woche schlage ich mich mit Internationalem Recht, EU-Recht und Umweltrecht rum, sowie täglichem Afrikaans…. Xhosa hab ich aufgegeben, weil ich die Klickgeräusche einfach nicht gebacken kriege, und Zulu und Suaheli werden dieses Semester nicht angeboten… also dann doch die Unterdrücker-Sprache….. Sportkurse suche ich mir diese Woche, wird wohl entweder auf Tanzen, oder auf Surfen hinauslaufen. Wollte eigentlich Segeln, aber irgendwie haben die nur nen Kurs, der sich „Yacht“ nennt und für mich eher nach „wir liegen auf Deck und sehen reich aus“ klingt…… mal sehen… werde mich mal informieren… Joa………. Ich glaub, das wars erstmal von mir.. ich könnte noch viel mehr erzählen, von der Einführungswoche und dem Trommelkurs da, und von all den Sicherheitshinweisen …. Aber im Grunde ist da nix spannendes bei. Ich weiß, dass ich nicht allein rumlaufe, nicht mehr als 300 Rand mit mir rumschleppe (mehr brauche ich auch nicht) und mein Handy möglichst nicht rumwedle (habe mich ein neues, billiges gekauft, weil das am meisten geklaut wird und ich lieber n Handy weggebe, als nen Finger…) und mein Fenster im Zimmer zumache, wenn ich nicht im Zimmer bin und den Vorhang vor, wenn ich gehe. Im Schnitt würde ich sagen, muss man in Cape Town die gleichen Regeln befolgen wie in Indien und vielleicht noch ein-zwei mehr. Aber grundsätzlich muss man hier keine Angst haben, wenn man nicht nachts allein unterwegs ist… ich mag es nicht sonderlich, von andren Leuten, bzw. eigentlich immer Männern, abhängig zu sein und nicht allein rauszukönnen, aber so ist das nun mal, also werde ich mich damit abfinden müssen. So, ende, aus, ich kann nicht mehr tippen……… mehr in naher Zukunft… ich kann nicht versprechen, wann, aber ich denke, gegen Ende der Woche dürfte ich mal Zeit finden…… Bis dahin, viele Grüße aus Cape Town – die Stadt, die Berlin in meinem Herzen mächtig Konkurrenz macht

1 Kommentar 13.2.09 13:57, kommentieren

Lebenszeichen 2 oder „Meine Mitbewohner und Freunde“ (auch eine Woche alt)

Nach dem Reinfall in BG hab ich mir ja nun um einiges mehr Offenheit vorgenommen gehabt und bisher läuft das auch recht gut. Erst hat sich das komisch angefühlt, immer von Leuten umgeben zu sein, nachdem ich ein Semester einen auf Sadhu-Einsiedler gemacht hab. Aber man ergibt sich bald der Tatsache, dass man in Cape Town nun mal nicht allein durch die Gegend zieht (sicherheitsbedingt) und dass man bei 8 Leuten in einem Haus nie allein ist. aber, ich muss sagen, ich hab wieder mal mehr Glück als Verstand gehabt. Meine Mitbewohner sind allesamt superentspannt drauf, sehr offen und generell gehen wir alle davon aus, dass es bei uns keinerlei Dramen geben wird – im Gegensatz zu manch andren Häusern, wo die Leute sich jetz schon hassen. Im Detail habe ich also als Mitbewohner: Mick: 24, Niederländer aus der Nähe von Enschede, Jura-Student, der schon seit einem Semester hier ist und seinen 2. Master of Law in Cape Town macht; Isaac: 20, Ami mit südafrikanischen, jüdischen Vorfahren, aus Seattle, Biologe; Laura: 20, aus Minnesota, studiert Sozialwissenschaften und erinnert mich ganz krass an Andi aus Indien; Gabby, 21, Kanadierin aus Vancouver, studiert auch irgendwas in die Richtung, will aber später in die Medizin; Justin, 19, Ami aus Michigan, studiert Politikwissenschaften – hat mich auch in ner Argumentation schon in Grund und Boden argumentiert; Shaun, 20, Ami aus Wisconsin, studiert Afrikanistik, ist homosexuell und unglaublich witzig – wenn auch ein bisschen paranoid, was die Sicherheit hier angeht; Kara, 20, auch vonner Uni Michigan, und die einzige, mit der ich nicht wirklich kann… alle sagen, wir seien komplett gegensätzlich und ich glaub, ich werde ihr einfach ausm Weg gehen… im Gegensatz zu allen andren ist sie nämlich typisch amerikanisch und dazu auch noch weinerlich, hat Angst ihre Ängste zu überwinden (Angst vor Katzen und Vögeln, und besessen davon immer mit dem gleichen Stift zu schreiben) und packt es nicht, obwohl sie im Ausland ist, ausm Haus rauszukommen und Leute kennenzulernen. Bissel anstrengend. Aber egal, wir werden uns nicht an die Gurgel gehen und somit passt das schon. Alles in allem bin ich wirklich sehr zufrieden, wir kommen alle gut miteinander aus, und es ist erstaunlich, wie gut 8 Leute sich Küche und Bad teilen können. Machen viel zusammen und werden sicher ne klasse Zeit zusammen haben.. Dazu kommen dann noch zwei Amis (übrigens: ja, 90% der Austauschstudenten hier sind Amis, der Rest sind Skandinavier, Deutsche und Kanadier – und dann vereinzelt Holländer, Schweizer und n paar Mexikaner… die Afrikaner kommen meist für ein ganzes Studium hierher) – Andrew und Chris, die in dem andren Haus in unsrer Straße wohnen und echt schwer in Ordnung sind (auch eher weniger amerikanisch) und ein ganzer Pulk an Südafrikanern (alle Xhosa (sprich, schwarz), Mick’s Freunde), die mit uns immer rumhängen, uns so’n bissel in die Gegend und die Community in Obs (Observatory, mein Viertel hier) einführen, sodass wir mit den Locals n bissel in Kontakt kommen. Abgesehen davon hab ich mir ein Mädel ausgeguckt, die mit mir vom Flughafen abgeholt wurde und bisher von allen Mädels diejenige ist, mit der ich am besten kann, die mir am ähnlichsten ist und mit der ich stundenlang labern kann. Praktischerweise heißt sie Maria, :-P , kommt aus Washington D.C. (haha, noch ne Hauptstadtpflanze), studiert Philosophie, ist interessiert an allem, was nicht amerikanisch ist, weiß jetz schon, dass sie hierher auswandern wird und ist unglaublich viel gereist. Gute Grundlage. Nur hat sie anscheinend ne grundsätzliche Bindungsangst, was Freundschaften angeht, von daher schaun wir einfach mal……. Alles in Allem bin ich sehr zufrieden hier, mir brummt der Kopf von all den vielen Namen und Gesichtern usw., aber ich bin glücklicher denn je in den letzten Monaten und genieße es einfach nur endlich wieder an meinem Englisch zu arbeiten. Mein Deutsch leidet, wie man merkt, fürchterlich drunter, aber so ist das nun mal. Die Deutschen hier sind alle in Ordnung, zum Teil mehr, zum Teil weniger, aber im Grunde alle wenig „deutsch“ und schon ok… ich versuche trotzdem nen großen Bogen drum zu machen, weil das meinem Englisch auch nicht hilft… auch, wenn mir alle immer wieder sagen, wie gut mein Englisch sei, und dass ich keinen deutschen Akzent hätte, eher nen Kanadischen, blablabla…. Ich weiß, dass ich noch einiges dran zu arbeiten hab…… Nja, party-technisch sind wir seit einer Woche am durchfeiern, größtenteils in Obs (hier gibt’s die meisten Bars, Restaurants und Billard), einmal waren wir auf ner Ersti-party (und haben uns fürchterlich alt gefühlt) und einmal in nem Club inner Stadt im 31.Stock von nem Wolkenkratzer… alles sehr nett, nur haben die Clubs halt nen Dresscode und sind dementsprechend schick…. Dazu kommt, dass ich zwar endlich wieder in nem Land bin, wo mein Musikstil auch angesehen ist, aber im Schnitt ist halt Dance und House hier dominierend – der europäische Einfluss ist einfach zu groß….. Aber insgesamt isses erträglich (bin ja von BG aus schon abgehärtet) und wir haben viel Spaß… gestern hatten wir dann ca. 30-40 Leute im Haus, Poolparty zum Kennenlernen; haben einfach alle 6 Häuser in Obs eingeladen, plus einzelne Leute, und uns gleich erstmal Ärger mit den Nachbarn eingehandelt. Die sind halt n bissel geräuschempfindlich….. das müssen wir noch ausdiskutieren………….

13.2.09 13:53, kommentieren

Lebenszeichen 1 oder „Ankunft und Barbie’s Traumhaus“ (eine Woche alt)

So, jetz finde ich endlich mal Zeit. Asche auf mein Haupt, ich hab mich ewig nicht zu Wort gemeldet. Aber, um ehrlich zu sein, ich hatte nicht nur keine Zeit, sondern auch wenig Lust… es ist einfach unglaublich schwierig, all das hier zusammenzufassen – dazu kommt, dass ich meine Zeit momentan einfach nur mit socializing voll packe, damit mir nicht wieder das gleiche passiert, wie in BG. Und bisher funktioniert das auch wunderbar… mir geht’s super, ich baue langsam aber sicher kleine Freundschaften auf und hab superviel Spaß am Leben momentan… Sprich, man kann es wohl so umschreiben: wenn ich mich nicht viel melde, dann geht es mir gut! :-P Ok, aber von Anfang an… ich werde heut, der Übersicht halber, mehrere Blogs schreiben, sonst komm ich voll durcheinander… Also…….. da bin ich also los. Ab nach Heathrow, dort 3h rumgelaufen, mich drüber amüsiert, wie hässlich dieser Flughafen doch ist, und darüber, dass die Briten mich genauso wenig verstehen wie ich sie (toller Moment, wenn man sich gegenüber steht und beide sich fragen, ob wir wirklich die gleiche Sprache sprechen) , mich gewundert, dass es in diesem Flughafen keine Mülleimer gibt, mir n Buch für den Flug gekauft und dann ab in den Flieger. Der war gerammelt voll bis obenhin, mit größtenteils Deutschen, Südafrikanern und Schweden…… den Flug über hab ich eigentlich nur gelesen und gepennt und ab und zu mich mit meinem Sitznachbarn, nem Schweden, der ein Jahr hier in Stellenbosch studiert hat und jetz zurückkehrt um hier zu leben, unterhalten… so’n bissel Insider-Infos abgegriffen usw… Nja, und eh man sich’s versah, flogen wir auch schon in Cape Town ein… was schon mal ein super Start ist, weil ich rechts saß und man auf der Seite vom Flugzeug als allererstes einen super Blick auf den Tafelberg hat… :-) Also, gelungener Start, abgeholt wurden wir auch von den Studenten, die für unsere Einführungswoche zuständig waren, und dann zu unsren Häusern gekarrt…….. Ich kam an meinem Haus an, sah mein Zimmer (winzig), war erstmal genervt, dass meine Miete höher ist als angekündigt und vergaß es sofort, als ich den Rest des Hauses sah: unsre Küche ist riesig, mit amerikanischer Bar, Waschmaschine und Trockner, unser Wohnzimmer noch größer, mit riesigem Fernseher und DVD-Player und unser Garten ist ein absoluter Traum, mit riesiger Terasse, übergroßem Pool und nem Braai (Worterklärung: „braai“ ist die südafrikanische Bezeichnung für Grillen, wird sowohl als Verb, als auch als Substantiv benutzt) und………. Ach, einfach ein Traum. Jeder, der in unser Haus kommt, ist begeistert, alle schwärmen davon und geben unumwunden zu, dass unser Haus von allen das tollste ist. Mein Zimmer ist winzig-klein, hat nen Kamin (traue dem aber nicht, glaube nicht, dass der Schornstein frei ist und werde es auch nicht ausprobieren) und… nja, schaut jetz, nachdem ich wieder alles mit Postern und Fotos zugeklatscht hab, endlich wohnlich aus. Ich nenne es liebevoll mein „Closet“ (Schrank), weil viel größer ist es wirklich nicht. Mit dem Schicksal sind noch zwei meiner Mitbewohnerinnen gestraft, alle anderen haben riesige Zimmer mit Doppelbetten usw……. naja, so ist das Leben. Da ich den Großteil der Zeit eh am Pool verbringe, macht das nichts… Ansonsten gibt’s zwei Bäder, ein großes mit Klo, Dusche und Badewanne und ein kleines oben mit Dusche und Klo…. Alles in allem habe ich das Gefühl in absolutem Luxus zu leben – vollkommen unverdient – und total verwöhnt zu werden….. Soviel also zu meiner Unterkunft…..

1 Kommentar 13.2.09 13:32, kommentieren

vier monate verdammt und juchhu...

so..... zu allererst: ich hasse das. war schon immer schlecht in zusammenfassungen... das erinnert mich immer so fürchterlich an die schule und vor allem den englisch-LK, wo ich jedesmal eins aufn deckel kriegte für meine summary.... aber, diesmal muss ich mich ja nicht auf 100 wörter beschränken (die ich bestimmt jetz schon überschritten hab) und kann noch n bissel drumrum palavern......

 

also, fassen wir mal 4 monate zusammen.......... phew.......... ja, ne....... da bin ich also hier angekommen......... und jetz fahr ich wieder weg........ und irgendwie ist die zeit wie im flug vergangen......

 

ok, das war der falsche ansatz. ich probiers mal mit pro und con..... 

 

was war denn juchhu im endeffekt?

1. essen - maria hat gelernt salate zu essen... und (unter anderem) dadurch 5kg abgenommen. gut, das war jetz nicht das ziel, aber n netter nebeneffekt, ich kann mich wieder im spiegel angucken. 

 

2. ich hab verdammt viel geduld gelernt. in diesem land, wo einfach mal nichts funktioniert, gewöhnt man sich an einiges, bzw halt einfach daran, sich nicht so aufzuregen. was leider dazu führt, dass ich mich teilweise dabei ertappe, mich zu wundern, warum sich leute aufregen... also, nicht auf sie herabzusehen deshalb, aber halt so kurz davor...... gebe mir aber mühe, das zu lassen, weil das ne einstellung ist, die ich nicht mag. nur, weil mich weniger aufregt - weil ich einfach weiß, dass es noch viel schlimmer geht -, heißt das nicht, dass sich andre leute nicht trotzdem über ihren kram aufregen dürfen... 

 

3. ich hab gelernt mit mir allein klarzukommen. sprich, zeit totzuschlagen, bzw. einfach, wenn ich viel zeit allein verbringen muss, mich nicht mit mir allein zu langweilen - wie z.b. als ich in brüssel und charleroi 4h rumkriegen musste. kein ding. aber geht auch nur mit musik :-)

 

4. mein bulgarisch hat sich verbessert, ich verstehe viel mehr und wenn ich mich mal überwinde zu sprechen, dann weiß ich wenigstens, was ich tue...... könnte natürlich mehr sein, aber mein gott... wie janno so schön sagte: ich wollte ja jetz nach dem semester auch nicht ne doktorarbeit auf bulgarisch verfassen...

 

5. und letzteres, obwohl das mit BG nur bedingt was zu tun hat: ich hatte ne geile zeit auf den MUNs... ich hätte nie ne MUN machen können, wenn ich in ffo geblieben wäre, weil ich die uni dort viel zu ernst nehme - geschweige denn zwei MUNs... auf denen ich sehr gute freunde gefunden hab, viel spaß hatte und wieder mal verdammt viel gelernt hab....... dasselbe gilt für meinen trip in die NL... auch das hätte ich sonst nie im leben getan. demnach hab ich das, was die ERASMUS kids hier in BG und generell aufm balkan gemacht haben, halt auch gemacht. nur anders. halt meistens mit mehr arbeit aber auch mehr partys verbunden. und es hat mir ziemlich gut gefallen, auch, wenn es mich mehr denn je davon überzeugt hat, dass "augen auf bei der berufswahl" angesagt gewesen wäre und ich mit jura einfach mal voll daneben lag. nichtsdestotrotz werde ich es jetz weitermachen und habe dann immer noch den rest meines lebens zeit mich der internationalen politik und diplomatie zu widmen........

 

was war denn eher verdammt?

1. ich war noch nie nie niemals so einsam. herrgott....... fürchterlich. ich hatte zwar viel zeit mich mit mir auseinander zu setzen, sodass ich mit mir selbst jetz halbwegs im reinen bin...... aber man kann auch zuviel denken. und das habe ich dieses semester eindeutig betrieben. und damit einiges kaputt gemacht, denke ich. aber ich kanns nicht ändern. und zumindest weiß ich jetzt, dass ich definitiv den stress brauche, da viel effektiver bin... nur mir halt ab und zu in zukunft mal ne auszeit für mich selbst gönnen muss. und wenn das halt n bissel teurer ist, is egal - zeit für sich selbst muss man sich nehmen. aber zuviel denken führt dazu, dass man sich probleme schafft, die nicht da sind.... 

 

2. ich musste leider feststellen - und das war ganz schön hart -, dass ich recht naiv war, was BG angeht und dass es wirklich nen unterschied macht, ob man ein verwöhntes gör ist, das bei den eltern wohnt und sich alles von ihnen organisieren lässt, oder ob man damit allein klarkommen muss...... aber, nachdem ich nach langem inneren kampf für mich akzeptieren konnte, dass das nun mal so ist und dass ich BG vielleicht durch ne rosa-rote brille gesehen hab, ging es dann... und hat mir die möglichkeit gegeben, das ganze weniger emotional und dafür differenzierter zu sehen (dazu später mehr).... 

 

3. akademisch war das ein absoluter reinfall - mal die MUNs ausgenommen....... ich hab NICHTS gelernt. außer, wie man aus 1 seite material im internet 10 seiten zusammenschustert und die auch noch so klingen lässt, als hätte man ahnung, wovon man redet. ich gebe zu, ich hab mich an die thesen gewöhnt. aber ich hatte auch mehr glück als verstand. erstens, weil die profs generell nicht so den anspruch hatten. zweitens, weil mein englisch besser ist als ihrs und sie damit leicht zu beeindrucken waren. und drittens, weil es niemanden gestört hat, dass ich mehr politische theorien aufgestellt hab, als wirklich ein juristisches thema aufzurollen (was auf 10 seiten auch überhaupt nicht möglich ist, wenn man es sauber machen will)................ von daher: jura gleich null. wir schauen dann mal, wie's in SA weiter geht....... 

 

bulgarien.... einige gedanken......

so.. ich hab mir da mal ein paar gedanken dazu gemacht, warum ich eigentlich nur traurig bin dieses land zu verlassen, weil ich gute freunde gefunden hab... und was eigentlich schief gelaufen ist hier......... 

 

das problem BG ist recht komplex, würd ich sagen. an sich ist BG ein wunderschönes land (vor allem außerhalb von sofia) und hat enormes potential. vor allem, weil die menschen hier - wenn man sie erstmal kennenlernt - so unglaublich warme menschen sind, immer hilfe anbieten und, wenn man darum bittet, auch helfen, und im endeffekt um einiges liebevoller sind als die deutschen. was sich schon allein daran äußert, dass man sich auch mal ohne grund in den arm nehmen kann, sprich, der körperkontakt nicht so minimiert ist wie in dtl., sodass man sich grundsätzlich nicht so allein fühlt....... 

nur leider bekommt man diese seite kaum zu sehen. was man sieht, ist ein land, das es seit 20 jahren nicht geschafft hat wirtschaftlich aufzusteigen und aus meiner sicht definitiv nicht bereit für die EU ist - sondern eher noch als schwellenland einzustufen ist........... 

 

wie äußert sich das? an massiver armut, vollkommener unorganisiertheit, korruption und unglaublichem egoismus. letzteren erlebt man im alltag anhand der unfreundlichkeit der menschen auf der straße und an dieser mir so verhassten nach-mir-die-sintflut-einstellung (z.b., wenn einfach mitten im gang im supermarkt stehengeblieben wird, sodass man den ganzen gang blockiert. einfach nur, weil da gerade jemand vorbeimöchte....... oder weil man es einfach ignoriert, dass danoch andere leute sind. auch möglich....).... und das mit dem egoismus ist im grunde das, was dazu führt, dass ich sage, ich könnte hier nicht ewig leben. geht nicht...

 

woher kommt das?? tja, und das ist die komplexe frage, die ich noch nicht ganz beleuchten konnte..... es gibt so viele gründe. die armut, die mangelnde organisation und die korruption sind so eng verflochten, dass ich mich damit gar nicht so sehr auseinander gesetzt habe. obwohl sie der ursprüngliche grund allen übels in BG sind und - wenn sie nicht bekämpft werden - es auch weiterhin mit diesem land eher bergab gehen wird.

das mit dem egoismus, darüber hab ich die letzten tage viel nachgedacht. ich meine, ich weiß, es geht den menschen hier im schnitt schlechter als dem durchschnittseuropäer. dass die laune einfach nicht die beste ist, wenn es einem so schlecht geht und man sieht, dass es nicht besser wird, das seh ich schon fast ein. und dass das in indien sicher aufgrund der religion ganz anders angegangen wird, ok........... aber....... wie kann es sein, dass ein land, das mal sozialistisch war, derart egoistisch eingestellt ist??? ich denke, es hat viel damit zu tun, dass die leute im schnitt mehr unter der russischen okkupation gelitten haben und sich von der lebenseinstellung her versuchen davon abzugrenzen..... (obwohl ich auch hier genug leute gesprochen habe - gerade taxifahrer -, die eigentlich die gute alte zeit zurück wollen, als jeder arbeit hatte und alles nicht so teuer war.........)

aber ansonsten, gerade die jungen leute, warum sind die auch so - mal den faktor, dass sie sicher von den eltern beeinflusst werden, ausgenommen -??? vielleicht ist es eine generelle zukunftsangst..... ok.... seh ich ein.. aber wie der tim neulich schon sehr treffend meinte: so wenig potential hat BG nicht. aber um was zu ändern, statt nur über die politiker zu meckern, müssten die bulgaren ja ihre arbeits- und lebenseinstellung ändern. und das...... dauert........... weil, dafür braucht man in diesem land fähige menschen, die politik machen, die der korruption abschwören usw....... nur leider gehen die alle ins ausland, weil sie es hier nicht aushalten.......meine freunde hier mal ausgenommen....... die sind alle extrem engagiert, die werden dieses land nicht im stich lassen und sich garantiert weiterhin mächtig den arsch aufreißen, um heiße tropfen auf diesem kalten stein zu erwirken.......... was ich bewundere. denn soviel durchhaltevermögen und idealismus haben die wenigsten in unsrem alter. nicht mal die kuwis - aber das sind eh nur scheinidealisten ;-)

 

tja.... ich weiß, es ist ein düsteres bild, das ich male. aber es sind einfach nur versuche zu erklären, was dieses im grunde wunderschöne land daran hindert, einen status zu erreichen, wo es den menschen gut geht, wo die menschen wieder an ihr land glauben (oh, nicht falsch verstehen, das tun sie, und wie! patrioten vom allerfeinsten) und wo menschenrechte respektiert werden.......

 

das heißt, wie schon erwähnt, nicht, dass ich hier vollkommen enttäuscht wieder weggehe......  ich habe wunderbare freunde gefunden. sie sind alle typische bulgaren, also typische GEBILDETE bulgaren. d.h., ich habe ungemeine widersprüche an ihnen kennengelernt... einerseits eine ungemeine liebe zu BG, andererseits (oder gerade deswegen) regen sie sich nur darüber auf. und daher kommt auch ein ungemeiner widerspruch in ihrem verhalten - d.h. einerseits sind sie ungemein aufgeschlossen, sprechen mehrere sprachen, machen MUNs und reden auf den MUNs auch sehr aufgeschlossen über alles - und immer auf englisch. aber dann gibt es wieder momente, wo ich beim wort "neger" echt schlucke, wo über zigeuner gehetzt wird vom feinsten, sowie übers judentum (das hab ich bis heute nicht verstanden, und die einzige begründung ist "ich mag sie halt nicht"..... hm...... naja, bulgarisches christentum halt, würd ich sagen) und dann die momente, wo halt doch eiskalt bulgarisch geredet wird, 20 min lang, obwohl alle merken, dass ich nicht mehr hinterher komme.. oder wo ich nen ganzen abend in nem club mit bulg.turbo-folk musik festgehalten werde, obwohl jeder weiß, dass ich das echt nicht abkann........

aber ich glaube, das ist einfach der widerspruch, den man als gebildeter bulgare so hat - wo man sieht, was schief läuft hier und es besser machen will, wo man aber trotzdem stolz ist aufs eigene land (klar, wird einem ja, im gegensatz zur dt. gehirnwäsche, auch so eingetrichtert) und aus der eigenen balkan-natur auch nicht raus kann...............

 

in jedem fall habe ich hier einige leute sehr lieb gewonnen und weiß auch, dass ich ohne sie niemals so viel über BG hätte begreifen können, wie ich es habe.  und genau das ist, denke ich, was ich erreichen sollte:

 

dieses land nicht bedingungslos zu lieben, wie früher... sondern es mit offenen augen zu betrachten, und zu begreifen, wie es wirklich ist.......nämlich juchhu und verdammt.  und es hinzunehmen, so wie es ist. auf dass ich es auf eine erwachsene, aufgeschlossene, aber auch kritische art und weise lieben kann. denn nur so kann ich diese welt verstehen und versuchen, sie zu verbessern....

 

amen.

 

 

 

 

 

ansonsten, kurze info für alle, die das weitere interessiert: also, ich fliege morgen über frankfurt/main nach hause, bin 2 tage bei meinen eltern - davon einen halben tag (montag) in FFO, ärzte abklappern und ERASMUS abhaken. ich werde nicht nach berlin reinfahren und habe leider auch kein geld auf meiner weihnachts-prepaid karte (das ist für die fürchterlichen roaming-gebühren in NL draufgegangen) - d.h. ich kann niemanden anrufen. ich bin unter der nummer von weihnachten erreichbar, falls irgendwer noch dringend mit mir reden will um zu sagen, wie hervorragend er/sie doch meine analyse hier fand.... lol, autogramme gibts in nem halben jahr... :-PPP

 

mittwoch mittag geht mein flug. ich melde mich in diesem blog wieder, wenn ich in cape town angekommen bin (auch mental) und internet habe.  generell kann ich nicht versprechen, dass ich genauso viel bloggen werde wie dieses semester, weil ich nun wieder für mein internet zahlen muss (und das erst ganz am ende in 5 monaten) und demnach n bissel priorität auf emails, skype und facebook setze und weil ich ab sofort auch nen englischen blog führe.........

nichtsdestotrotz werde ich bloggen, dann schreib ich halt offline und praktiziere copy/paste... aber wer weiß... das ziel ist schließlich, SA mehr zu genießen als BG, weniger zu hause zu hocken - schließlich kenn ich das land noch nicht, also muss ich mir mehr mühe geben es kennenzulernen - und vor allem viel zu sehen....... 

 

in diesem sinne beende ich nunmehr auch mental mein semester in BG, mit momentan 1,5 lachenden und einem halben weinenden auge und freue mich auf ein semester außerhalb von europa und einen hoffentlich aufregenden sommer in sofia bei SOFIMUN und irgendwo anders zum praktikum......... 

24.1.09 23:41, kommentieren